Eine Aktion von Andere Zeiten E.V.
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Am heutigen Abend waren wir zu Gast beim „Obdachlosen Freundeskreis“ in Lüdenscheid. Der Freundeskreis existiert seit 1992 und besteht zur Zeit aus 10 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Das Hauptanliegen ist es, eine Anlaufstelle für Obdachlose zu sein, den direkten Kontakt zu den Betroffenen zu halten oder einfach nur ein offenes Ohr für die alltäglichen Probleme zu haben. Die Arbeit wird ausschließlich durch Spenden finanziert und auf diese sind die Mitarbeiter ständig angewiesen.
Der OFK hatte uns an diesem Abend sehr herzlich empfangen und extra ein kleines Buffet aufgebaut. Auch dies ist Teil der OFK-Arbeit. Den betroffenen Menschen eine Aufgabe überlassen und ihnen zeigen, dass auch sie Aufgaben übernehmen können. Schon beim gemeinsamen Abendessen kamen die Mitglieder des AKC mit den Betroffenen selbst ins Gespräch und erfuhren so einiges über ihre Lebenswege und teilweise auch „Lebens-Umwege“. Anschließend erläuterte Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg noch einmal ausführlich die Geschichte des OFK von den doch recht einfachen Anfängen bis in die jüngste Zeit. Auch auf die einzelnen Lebenswege der Anwesenden wurde noch einmal eingegangen: Therapie, Entgiftung, Wohnungssuche und Unterstützung auf dem Weg zurück in ein normales Leben hießen die Stationen.
Das Bistro ist eine schöne Gelegenheit zum Reden, Spielen, Zusammensein und um Gemeinschaft zu erleben. Der Treffpunkt ist montags ab 18:00 Uhr bis 22.00 Uhr im Gemeindezentrums der Erlöserkirche in Lüdenscheid. In einer gemütlichen Atmosphäre besteht die Möglichkeit zum Austausch, zum Karten spielen, Kickern, Kaffee trinken, etwas zu essen oder einfach nur da zu sein.
Als besondere Auszeichnung und Anerkennung der geleisteten Hilfe bekommt der OFK am 15. Oktober 2011 Förderpreis “Das Salzkorn” verliehen.
Bei einem Gottesdienst mit anschließendem Festakt in der St.-Jakobi-Kirche in Lippstadt überreicht der Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen, Alfred Buß, die Preisurkunde. Im Festakt folgen Laudatio und Präsentation der OFK-Arbeit.
Hier der link zur Homepage des OFK: Obdachlosen Freundeskreis Lüdenscheid e.V.
Vor dem Papstbesuch in Deutschland hält die Diskussion über die geplante Rede des Kirchenoberhauptes im Deutschen Bundestag an. Bundestagsvizepräsident Thierse wies die Kritik an der Rede als „sehr übertrieben“ zurück. Er glaube nicht, dass die Trennung von Staat und Kirche infrage gestellt werde, sagte Thierse heute im ZDF-„Morgenmagazin“. Ihn irritiere die „Aggressivität und Heftigkeit“ mit der die Kritik geäußert werde. Bundestagsabgeordnete von SPD, Grünen und Linke hatten angekündigt, aus Protest nicht an der für morgen geplanten Rede des Papstes teilnehmen zu wollen.
„Ich denke, Benedikt XVI. wird viele Dinge ansprechen, die unsere Gesellschaft bewegen”, sagte der Beauftragte für Kirchen und Religionsgemeinschaften der SPD-Fraktion, Siegmund Ehrmann.
Die katholische Kirche sei weltweit und besonders in Deutschland ein wichtiger Partner im Bereich der Sozial- und Entwicklungspolitik. Ehrmann hofft auf Stichworte zur Wirtschafts- und Finanzkrise, zu Chancengleichheit und Teilhabegerechtigkeit.
Anlässlich der Ausstellung „Aussergewöhnlich“ fand in der Ebbergkirche in Hemer heute Abend eine Podiumsdiskussion zum Thema „Inklusion von Menschen mit Behinderung“.Teilnehmer waren Gerd Rittinghaus, SPD Hemer, der SPD Landtagsabgeordnete Michael Scheffler und Samantha Lovik von der NetzwerkDiakonie Hemer/Iserlohn. Moderiert wurde die Gesprächsrunde von Pfarrer Johanning. Alle drei hatten auf unterschiedliche Art mit dem Thema Inklusion Erfahrungen gesammelt. Gerd Rittinghaus, selbst Vater eines blinden Sohnes, erläuterte den Zuhörern die Probleme, die er mit Behörden und Institutionen hatte, um eine Ausbildungsstelle für seinen Sohn zu bekommen. Er berichtete auch über seine Erfahrungen mit Regelschulen und Sonderschulen, die er in den vergangenen Jahren gesammelt hatte. Michael Scheffler berichtete von seiner Erfahrung als sozialpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion im Ausschuss für Arbeit, Gesundheit, Soziales und Integration. Als dritte konnte Samantha Lovik die Runde mit ihren praktischen Erfahrungen, die sie als Leiterin einer Wohngruppe für Menschen mit Behinderung gesammelt hat, bereichern.
Gut besucht war die Ausstellungseröffnung am heutigen Abend in der Ebbergkirche Hemer. Zu sehen gab es 21 großformatige Portraitfotos, die der Fotograf Hans Einspanner von Menschen mit Down Syndrom anfertigte und anlässlich des Welt Down Syndrom Tages am 21. März 2009 zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentierte. Seitdem haben diese Fotos auf zahlreichen Ausstellungen für Aufsehen und Nachdenken gesorgt. Auch wir vom AKC MK waren von den Fotos und den Menschen dahinter sehr beeindruckt und hatten uns dazu entschlossen, mitzuhelfen, die Ausstellung und Ihre Botschaft zu verbreiten. Als Partner für das Projekt konnten wir die evangelische Kirchengemeinde Hemer und Pfarrer Johanning gewinnen. Die nach dem Umbau hell und freundlich erscheinende Kirche war ein idealer Ort, um die großformatigen Fotos der Ausstellung „Aussergewöhnlich“ angemessen und wirksam zu präsentieren. Und so wunderte es nicht, dass sich die Besucher im Anschluss an den offiziellen Teil der Eröffnung noch lange vor und zwischen den Bildern aufhielten und das Gespräch zu den Fotos suchten.
Am Mittwoch traf sich unser Arbeitskreis in der Geschäftsstelle des Netzwerk Diakonie in Iserlohn, um sich zu dem Thema „Inklusion von Menschen mit Behinderung“ zu informieren. Als Gast und ausgewiesenen Fachmann konnten wir den Vorsitzenden im Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Iserlohn, Stefan Haacke, begrüßen. Zu Beginn seines Vortrags verwies Stefan Haacke auf den 26. März 2009. An diesem Tag hatte die Bundesrepublik sich dazu verpflichtet, das internationale Übereinkommen zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderung wie deutsches Recht zu behandeln und zu befolgen. Aber wie sieht diese Umsetzung bei uns vor Ort in den Städten und Gemeinden, den Rathäusern, Schulen und Kindergärten aus? Dass diese Vorgaben nicht immer einfach umzusetzen sind, zeigte sich in der anschließenden Diskussion, in der die Teilnehmer aber auch viele positive Beispiele aus ihrem beruflichen oder privaten Umfeld einbrachten. Als wichtigster Baustein auf dem Weg zur Inklusion wurde das gelebte Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung herausgearbeitet. „Wir können gar nicht früh genug anfangen, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenbringen, Ängste und Vorurteile abzubauen und den Menschen klar machen, dass dieses Miteinander zur kulturellen Bereicherung beiträgt. Und das fängt in den Kindergärten und Sportvereinen an“, so Stefan Haacke.
Es sind aber nicht nur die Schranken im Kopf, die einer Inklusion an manchen Stellen im Wege stehen. In Zeiten in denen viele Städte und Kommunen im Kreis knapp bei Kasse sind, ist es oft auch eine Frage der Finanzierung. Sei es der zusätzliche Sonderpädagoge, der eingestellt werden muss, die Kosten für den behindertengerechten Umbau einer Schule oder eines Kindergartens oder, wie aktuell in Iserlohn, die Installation einer blindengerechten Fussgängerampel.
Trotz aller Hürden, die noch zu nehmen sind, war am Ende des Abends allen Teilnehmenden klar, dass mit dem Datum 26. März 2009 auch die heimischen Politiker in der Rathäusern einen klaren gesellschaftlichen Auftrag bekommen haben, den es nun möglichst schnell umzusetzen gilt.
Am Freitag, 8. April fand im Berliner Reichstagsgebäude das Jahrestreffen des Arbeitskreises Christen in der SPD statt. Hauptthema des Tages war die Frage:„Brauchen wir eine neue Balance von Staat, Kirchen und Religionsgemeinschaften?“ Bei diesem Treffen wurde die aktuelle Frage zum Verhältnis von Staat und Kirchen aufgegriffen. Wie jedes Jahr konnten auch für dieses Thema wieder erstklassige Referentinnen und Referenten gewonnen werden, die die Frage unter verschiedenen Blickwinkeln erläuterten. Im Laufe der Diskussion stand auch immer wieder die Säkularisierung unserer Gesellschaft zur Debatte und natürlich die sich daraus ergebenen Folgen für ein soziales und solidarisches Zusammenleben. Berichte über die Arbeit auf Bundesebene und in den Regionalgruppen schlossen sich an.
Der zweite Teile der Tagung fand dann am Samstag im Willy Brandt Haus statt. Hier wurden noch einmal die Ergebnisse vom Vortag diskutiert und gemeinsam überlegt, wie die Ergebnisse in die praktische Arbeit umgesetzt werden können. Weitere Themen, die in der Runde angesprochen wurden, waren: (Bio-)ethische Fragen, Dritter Weg/kirchliches Arbeitsrecht aber auch die Laizisten in der SPD. Nach dem Mittagessen wurden dann noch die weiteren Planungen für den 33. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dresden vorbereitet.